Feuer wütet auf Pfadfindergelände

Wut und Trauer beim Nordhorner Stamm St. Marien der deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Viel ehrenamtliche Arbeit wird durch einen Brand eines großen Pavillons zunichte gemacht. Für den Stamm eine
Katastrophe, hatte er doch die Hütte gerade erst umfangreich saniert.Gegen 12.30 Uhr am Freitagmittag, den 27. Januar 2012 löst die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Grafschaft Bentheim
zunächst einen B2-Alarm (Kleinbrand) für die Ortsfeuerwehr Nordhorn aus.Mit den Stichworten „Schuppenbrand in der Blumensiedlung,Alfred-Mozer-Straße, Nordhorn“ werden die Wehrleute aus der Mittagspause gerissen. Noch während der Anfahrt wird die Alarmstufe auf B3(Mittelbrand) erhöht. Kurz darauf trifft Brandmeister vom Dienst (BvD)Frank van de Kerhoff mit seinem Kommandowagen (KdoW) an der
Einsatzstelle ein. In einem Waldstück am Rande des Nordhorner Gewerbe- und Industrieparks (GIP) steht zu diesem Zeitpunkt eine Hütte mit einem Durchmesser von etwa acht Meter bereits in Vollbrand. Eine sogenannte Schwedenhütte und ein hölzerner Windfang sind unmittelbar von den Flammen bedroht. Auch auf die Bäume hat das Feuer bereits übergegriffen. In schneller Folge treffen die ersten Löschfahrzeuge (LF 20/16-1 und TLF24/50) der Nordhorner Wehr am sogenannten Pfadfinderwald ein. Während ein Trupp unter schwerem Atemschutz versucht die Flammen einzudämmen,bricht ein zweiter Trupp die Tür des Schwedenhauses auf. Die Wehr will sicher gehen, dass sich in der Hütte keine Personen befinden. Nachdem fest steht, dass sich keine Menschen mehr im Gefahrenbereich aufhalten,konzentriert man sich auf die Brandbekämpfung. Zur Unterstützung sind mittlerweile auch zwei weitere Fahrzeuge (HLF 20/16 und LF 20/16-2)eingetroffen. Vorgenommen werden zwei C-Rohre unter schwerem Atemschutz. Als Löschmittel kommt dabei ein Schaum-Wasser-Gemisch (0,1%Claas-A-Schaummittel) zum Einsatz. Dadurch wird eine deutlich größere Eindringtiefe des Löschmittels gegenüber reinem Wasser und somit ein schnellerer Löscherfolg erreicht. Gleichzeitig spart man etwa 50% Wasser. Nach etwa einer Stunde können die nachgerückten Kräfte mit den Fahrzeugen HLF 20/16 und LF 20/16-2 die Rückfahrt antreten. Die Löscharbeiten ziehen sich insgesamt gut zwei Stunden hin und werden durch die massive Dachkonstruktion erschwert. Mehrere Lagen Teerpappe geben dem Feuer immer wieder Nahrung. Um alle Brandnester ablöschen zu können, wird die Hütte komplett eingerissen. Mit einer Motorsäge vom Typ „Cutters Edge“ werden dazu zunächst die dicken Pfosten durchtrennt. Eine herkömmliche Motorsäge versagte vorher an den massiven Pfosten. Mitglieder des Pfadfinderstammens zeigen sich vor Ort geschockt. War der Pavillon doch erst im Jahre 2011 umfangreich saniert worden. Unzählige Stunden in Eigenleistung, gespendete und gekaufte Materialien und der
der Aufwand einer Dachdeckerfirma sind in Minuten zunichte gemacht worden. Polizei und Pfadfinder schätzen den Schaden auf über 10.000 Euro ein. Neben der komplett vernichteten Hütte wurde auch ein hölzerner Windfang ein Opfer der Flammen und die Giebelseite eines Schwedenhauses wurde massiv in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem bisherigen Stand der polizeilichen Ermittlungen geht die Polizei von Brandstiftung als Ursache aus.

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